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  • Bild Titel: Impressionen von Kreta 2010
    Autor: ulla
    Verfasst am: 28.05.2010 14:59
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Probleme der gr. Wirtschaft

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 23.07.2010 09:39

In "Europa heute" des DLF wurde gerade berichtet, dass jetzt alle Beamten und Staatsangestellten gezählt werden. Das heißt, "der Staat" wusste bisher nicht, wie viele Mitarbeiter er hat.

Jede/r muss ein Formular ausfüllen und hochladen. Es soll u.a. aufgedeckt werden, wer von mehreren Stellen bezahlt wird, obwohl er/sie nur für eine arbeitet.

Schätzungen zur Zahl reichen von 700.000 bis 1.500.000 - bei 11.000.000 Einwohnern.

Die Daten gehen ans Finanzministerium. Künftig sollen alle Mitarbeiter von einer einzigen zentralen Stelle bezahlt werden.

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 25.07.2010 17:43

An den Demonstrationen Anfang des Monats nahmen jeweils nur noch 12.000 Personen teil.

Im Zusammenhang mit den beschlossenen Einschnitten ins Sozialversicherungssystem erklärte Papandreou, diese seien auch ohne Auflagen der EU und des IWD notwendig geworden. Ohne sie hätten die Ausgaben für Pensionen 26% des BIP erreicht und der Staat hätte außer Pensionen nichts anderes mehr zahlen können.

Q.: Elena Panagiotidis in der NZZ vom 06. und 10.07.10

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon alexos am 25.07.2010 22:20

Ich kenne da einen Fall wo ein bzw mehrere Lehrer als Informatikprofessoren auf eine kleiner Insel in der dortigen Schule unterrichten sollten, doch aufgrund dessen dass es sich nicht um ihre Heimatinsel handelt sie in ein Ministerium geholt wurden um dort zu arbeiten mit kräftigen Zulagen wie Trennungszulage usw. usw.
Paradox, denn das Ministerium ist in Athen und von da stammen sie auch her.
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 26.07.2010 12:19

Stammen sie denn sowohl von ihrer Heimatinsel als auch aus Athen?

H.
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon alexos am 27.07.2010 05:07

Ja, soviel mir bekannt ist.
Wenn Du nicht auf Deiner Heimatinsel bzw Stadt unterrichtest, dann bekommst Du Zulagen ohne Ende.
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 30.07.2010 20:48

Ich mache hier mal weiter mit dem von holgi unter Fluglotsenstreik begonnenen Thema des Streiks der Tanklastwagenfahrer.

Die unglaubliche Regelung des Weiterverkaufs von Lizenzen (für € 300.000) betrifft auch die Taxifahrer, Apotheker, Rechtsanwälte. Dass der Staat über Jahrzehnte die Neuvergabe von Lizenzen einfriert, passt dazu. Dieses Einfrieren ist ja erst die Voraussetzung für den Handel mit Lizenzen. Der Verkauf wiederum fügt sich nahtlos ins allgemeine System der Vetternwirtschaft ein.

Natürlich hätte es so zu laufen, wenn die Zahl der Lizenzen begrenzt gehalten werden soll: Jemand scheidet aus (Aufgabe, Tod) und der Staat vergibt die freigewordene Lizenz an den auf einer Warteliste am weitesten oben stehenden Bewerber; ganz einfach, oder? Dann flössen diese Summen nicht und die, die jetzt zuletzt gezahlt haben und jetzt befürchten, von keinem Nachfolger mehr kassieren zu können (die sollten vom Staat entschädigt werden - aber welch eine Ausgabe wäre dies wieder! Wohl gar nicht leistbar), bräuchten jetzt nicht auf die Barrikaden zu gehen und alles lahm zu legen.

Konkret darf man nun gespannt sein, ob die Regelung das Angebot der Regierung, sitzen gebliebene Touristen zu entschädigen, hier greifen wird.

Insgesamt macht man sich bei den Gästen, die den vorhergehenden Unruhen zum Trotz gekommen sind, so richtig beliebt und schreckt diese für die Zukunft auch noch ab.

Es wird jede, aber auch jede Gelegenheit genutzt, der Volkswirtschaft Schaden zuzufügen, wo genau das umgekehrte Programm greifen sollte.

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon alexos am 30.07.2010 22:04

Einige "Inselregierungen" haben Athen um Hilfe gebeten, da ein totaler Zusammenbruch droht wenn nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden wieder Treibstoff kommen sollte. Die politischen Vertreter von Kreta sind ebenfalls darunter.
Sogar Fähren haben bereits ihren Betrieb teilweise eingestellt.
Wenn jetzt auch noch Diesel knapp wird, dann stehen auch die Busse und Taxis.
Das Problem von keinem Treibstoff vorhanden, zieht auch privat seine Schatten. Ohne Treibstoff kommen die Berufstätigen nicht zur Arbeit was wieder Einkommensverluste bedeutet.
Bei Lidl sind bereits die Regale leer und es wird auch nicht mehr lange dauern bis die kleinen Supermärkte vor dem selbem Problem stehen.

Im Grunde teile ich Deine Meinung das man sich auf Sicht gesehen auch den Tourismus kaputt streikt, da wird wohl die versprochene Entschädigung auch nicht helfen. :(
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 31.07.2010 09:23

Die Regierung lässt jetzt das Militär Benzin an die Tankstellen bringen. Auch die ausgesprochenen Dienstverpflichtungen sollen umgesetzt werden [Möchte wissen, wie.]. 2 Verletzte gab es im Raum Saloniki, wo die Fahrer eine Raffinerie blockieren, im Kampf mit der Polizei.

Eine auf der Peloponnes wohnende Deutsche berichtete im DLF, eine Stunde pro Tag gebe es Benzin, 150 Autos warten, wer vorne in der Schlange ist, habe Glück, die hinten sind, eben Pech.

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Chania am 31.07.2010 11:21

Wie kann eine ganze Berufsgruppe nur so egoistisch und dämlich zugleich sein und dem einzigen lukrativen Wirtschaftszweig des eigenen Landes, dem Tourismus mit irrsinnigen Blockaden vollends den Todesstoß versetzen? Und wieder stellt sich mir die Frage, wann es endlich auch die Griechen kapieren, dass die Mitgliedschaft in der EU nicht nur Rechte sondern auch Pflichten beinhaltet. Die Zeiten, in denen Lizenzen wie Privilegien teuer erkauft und mit Krallen und Zähnen verteidigt werden müssen/können, sind vorbei. EU heißt auch freier Markt und freie Berufsausübung - ob es sich um LKW-Fahrer, Ärzte, Tierärzte oder Physiotherapeuten handelt... Lauter Berufsgruppen mit starker Lobby, die es bisher hervorragend vermocht haben, gesetzwidrig jede Entwicklung in Richtung Freizügigkeit zu blockieren. Es ist allerhöchste Zeit, diesen Augiasstall ebenso auszumisten wie den der Bestechlichen und Steuerhinterzieher! Sonst ist diesem Land nicht mehr zu helfen.
Schöne Grüße

Chania
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon alexos am 31.07.2010 11:54

Nicht das ich diese Vorgangsweise befürworte, jedoch muss man auch die Kehrseite der Medaillie sehen.

Jahrelang haben die Linzenzeigentümer mehr oder weniger gut verdient da es ja ein konzessioniertes Gewerbe ist/war.
Jetzt kommt eine Organisation namens EU und will ihnen die Einnahmen mit dieser Aktion bzw diesem Gesetz kürzen, denn mehr Lizenzen bedeutet automatisch auch mehr Lastwagenfahrer und weniger Einnahmen. Und die Angst davor das jetzt jeder der einen LKW-Führerschein hat eine Lizenz bekommt ist natürlich gross.

Ich habe durchaus Verständnis dafür das man sich gegen Einkommensverluste zur Wehr setzt, ich würde es auch nicht anders machen so nach dem Motto "Wenn man Dir gibt, dann nimm aber schrei wenn man Dir nimmt"
Die Vorgehensweise ist was uns alle sauer aufstossen lässt. Bevor man streikt, ist doch eine Verhandlung am grünen Tisch noch immer besser. Streik sollte wirklich als die aller letzte Konsequenz angesehen werden, aber das passiert hier leider nicht. (Wenn bald kein Benzin kommt, habe ich bald soviele freie Tage die ich mir nicht wünsche)
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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 31.07.2010 12:17

Klar ist: € 300.000 sind natürlich ein Hammer, wenn man die verliert. Die mussten ja auch irgendwann einmal erst erwirtschaftet werden (wie auch immer), dann wurden sie gezahlt und nun soll man sie nicht wiederbekommen. D.h. die Fahrer verlieren praktisch ihre Altersversorung, mit der sie ihr Leben lang gerechnet hatten. Insofern kann ich das durchaus vollkommen verstehen.

Aber: Es ist eben der pure Egoismus; genau, Chania! Ich stimme dir voll zu.

Und deswegen schrieb ich ja, müsse der Staat, obwohl selber pleite, moderierend = mäßigend = entschädigend eingreifen.

Aber wenn der Einzelne schon eine Drittelmillion bekommt, wie viele sollten das dann insgesamt sein?

Jedenfalls müssen diese Arbeits-Teil-Märkte geöffnet werden. Die Zeit der Pfründe ist sowas von vorbei. Wenn schon der allgemeine Arbeitsmarkt EU-weit offen ist, dann müssen es branchenspezifische Teilmärkte auf nationaler Basis doch erst recht sein.

Für die Griechen bzw. die jeweiligen Interessengruppen bricht an allen Ecken ihre Welt zusammen. Aber es gibt keine Alternative zu diesen Umstrukturierungen; und das tut verdammt weh und geht nicht ohne erhebliche Verluste ab. Dabei hat das noch nicht mal großartig was mit Globalisierung zu tun, nur mit EU-interner Harmonisierung.

Wenn man aber bedenkt, dass Griechenland 1981 der EWG beitrat, dann hatte die heutige EU fast 30 Jahre Zeit, diese Umstellungen einzufordern. Das hätte also längst erledigt sein können und träfe nicht jetzt auf alle anderen erforderlichen Maßnahmen.

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Re: Probleme der gr. Wirtschaft

Beitragvon Holgerios am 02.09.2010 10:41

Nun mal wieder zum ersten Beitrag dieses Threads:

Die Regierung will nun doch - wenn ich recht verstanden habe: nach 5 bereits gekauften - noch 2 U-Boote von Thyssen bauen lassen, für 1,3 Mrd. €. Und es ist möglich, dass dies mit den EU-Krediten passieren wird, die nicht an eine Verwendungssperre für Rüstungsgüter gekoppelt sind. So der Deutschlandfunk heute in "Europa heute".

Meine Meinung: Da bleibt mir die Spucke weg und platzt gleichzeitig der Kragen. Ich sage noch einmal, dass damit mein Wohlwollen, mit dem ich bisher die Sparanstrengungen trotz den Härten für die Bevölkerung begleitet hatte, schlagartig verschwindet und sich bei der Bevölkerung wiederfindet. Denn wenn das Volk nun auch noch in dieser Situation verarscht wird, ist das einfach zu viel.

Die betreffende Gewerkschaft lamentiert schon über 10.000 Arbeitsplätze, die entfielen, wenn die Schiffe nicht gebaut würden - das übliche Lied.

Mit 3,1 % vom Haushalt gibt die griechische Regierung so viel wie kein anderer NATO-Staat für die Rüstung aus, auch pro Kopf (Durchschnitt 1,7 %).

Diesem Bericht gingen folgende Informationen voran:

Die Annäherungen zwischen der Türkei und Griechenland sind soweit fortgeschritten, dass 2 jährliche gemeinsame Kabinettssitzungen vereinbart worden sind. Eine erste hat es in Athen schon gegeben. - Auf diesem Hintergrund muss man das oben Gesagte sehen.

Wegen der Spannungen zwischen der Türkei und Israel hat Israel eine Annäherung an Griechenland gesucht. (Griechenland unterhält erst seit 1991 Beziehunhgen zu Israel; bis dahin war es überwiegend arabisch-orientiert). Wegen dieser Eiszeit kann die israelische Luftwaffe keine Übungsflüge mehr über Anatolien durchführen und hat dazu nun von Griechenland eine Erlaubnis erhalten. Angelpunkt: der NATO-Luftwaffenstützpunkt in Larissa. Dort können die isr. Jets tanken.

Papandreou und Netanjahu haben sich gegenseitig im Juni/Juli besucht.

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